CAYENNE IN DEN KÜCHEN

Die aktuelle Generation des schärfsten SUV erwartet ihren Nachfolger im kommenden Herbst. Eine ideale Gelegenheit also, mit dem Cayenne eine Abschiedstour zu einigen Spitzenrestaurants zu unternehmen.

Der 2002 vorgestellte Porsche Cayenne brachte mit seinem echten Sporttalent einen ordentlichen Schuss Würze in das Segment der SUV. Die zweite, aktuelle, Generation folgte 2010 und dreht derzeit gerade ihre Abschiedsrunde. In Erwartung des Nachfolgers nutzen wir die Gelegenheit zu einem letzten Roadtrip, der uns von Zürich nach Andermatt UR führt, mit Zwischenhalten in einigen der interessantesten Küchen der Region.

70 % der Produktion

In der «Wirtschaft zum Wiesengrund» serviert uns Küchenchef Hans-Peter Hussong wunderbare Appetithäppchen, während wir uns mit dem SUV-Marketingverantwortlichen von Porsche, Julien Baumann, über die Bedeutung der hohen Kombi für die Marke unterhalten. «Letztes Jahr haben wir mit 167000 SUV einen neuen Rekord aufgestellt; 95000 entfielen auf den Macan.» Das macht nicht weniger als 70% der Gesamtproduktion von Porsche aus. Ein drittes Modell, das den Cayenne und den Macan verstärken würde, scheint in Zuffenhausen (D) nicht auf dem Programm zu stehen. «Wir sind derzeit mit dem Modellangebot sehr zufrieden. Man kann sich die Frage stellen, wie dringend ein drittes SUV oder eine zusätzliche Modellvariante ist. Es hängt natürlich davon ab, was die Kunden wollen: In welchem Mass würde ein drittes Familienmitglied die anderen Modelle kannibalisieren?»

Noch immer Spitze

Merkt man dem Cayenne sein Alter an? Vielleicht im Styling und in der Aufmachung, vor allem nach der Vorstellung eines neuen Armaturenbrett-Interface im Panamera. Das Knöpfemeer auf der Mittelkonsole scheint plötzlich veraltet.

Was das sportliche Fahrverhalten anbelangt, so kann sich der Cayenne nach wie vor als Referenzwert hervortun. Auf unserer Fahrt um den Vierwaldstättersee auf dem Weg nach Seedorf UR können wir uns von den Qualitäten der Fahrwerksabstimmung überzeugen. Die geringe Karosserieneigung in Kurven und die Handlichkeit des Wagens lassen schnell vergessen, dass wir in einem Trumm von 4.86m Länge und fast 2m Breite unterwegs sind, das mehr als zwei Tonnen auf die Waage bringt. So bleibt uns der Appetit für die zweite kulinarische Etappe erhalten, diesmal bei René Gisler im «Schlossrestaurant A Pro» in Seedorf UR.

Ein Genuss aus jedem Blickwinkel

Ein Bireweggli und ein kleiner Kaffee sind der krönende Abschluss des Essens, und die Fahrt kann weitergehen. Wir geniessen die Landschaft und die gewundenen Kurvenstrecken am Gotthard. Zur Abwechslung setzen wir uns ans Lenkrad eines Macan Turbo «Performance Pack». Wie und was ist das? Ganz einfach eine gedopte Version des Macan Turbo mit 440PS (statt 400) und 600Nm (statt 550). Auch die Ausstattung ist noch no-bler als im klassischen Turbo, die Abstimmung sportlicher. Dazu tragen der Sportauspuff, eine um 15mm abgesenkte Karosserie, ein blitzschnell schaltendes Getriebe, überdimensionierte Bremsen und eine Karbonmotorhaube bei.

Ein wirklich amüsanter kleiner Bolide, wenns um das Fahrvergnügen geht, selbst bei launischem Frühlingswetter.

Unerschöpfliche Reserven

Für die Rückfahrt nach Zürich steht uns die Dieselvariante des Cayenne S zur Verfügung. Der V8 mit seinen 385PS und einem ab 2000/min verfügbaren Drehmoment von 850Nm meistert auf unserem Weg jegliche Herausforderung ohne Zögern. Nimmt man noch das angenehme Klangbild hinzu, dann geht es kaum noch besser. Natürlich können Idealisten darauf bestehen, dass ein SUV mehr verbraucht und umweltbelastend ist. Das stimmt, und Porsche hat sich die Kritik zu Herzen genommen. Heraus kam der 2014 präsentierte Cayenne S E-Hybrid. Der Hersteller wollte nicht nur ein umweltverträgliches SUV bauen, sondern auch eine Alternative zu den Verbrennungsmotoren liefern, ohne die abgehobenen Fahrleistungen abzuwürgen.

Was wird in Stuttgart (D) ausgekocht?

Das ist eine sehr gute Frage. Die dritte Generation des Cayenne ist fast serienbereit. Mit der Markentradition kontinuierlicher Verbesserungen stehen die Leistungen des Neuen nicht in Zweifel. Umso weniger, als das Modell von der Plattform der aktuellen Audi Q7 und Bentley Bentayga profitiert, die erfolgreiche Debüts abgegeben haben. Wir können einen ersten Blick kaum erwarten.


«Wirtschaft zum Wiesengrund»

Hans-Peter Hussong und Gattin Inès führen seit 27 Jahren die Geschicke der «Wirtschaft zum Wiesengrund» mitten im Zen-trum von Uetikon ZH. Der Chef und sein Assistent Lukas Zehnder verstehen es, die Gäste in ein Universum klassischer Gerichte zu entführen, indem sie kontrastierende Aromen kombinieren. Die Chefin kümmert sich um das Wohlergehen der Kunden und präsentiert ihnen auserlesene Flaschen aus dem umfangreichen Weinkeller.

Gault & Millau: 18 Punkte, Michelin: 1 Stern.

Wirtschaft zum Wiesengrund,  Kleindorfstrasse 61, 8707 Uetikon am See,

www.wiesengrund.ch


«Schlossrestaurant A Pro»

Von klein auf träumte René Gisler von mittelalterlichen Rittern und davon, in den Mauern des Schlosses A Pro zu arbeiten. Dieses ist nur einen Steinwurf vom Dorfzen-trum von Seedorf UR entfernt, und heute kann sich der Koch mit seiner Brigade über eine frische, jahreszeitenabhängige Küche im Rittersaal, in den Rüstungsräumen oder in der «grünen Kammer» betätigen. Auf dem Menü stehen oft wenig bekannte lokale Produkte.

Gault & Millau: 13 Punkte.

Schloss A Pro, Bei der

Kirche, 6462 Seedorf,

www.schlossapro.ch


«The Japanese Restaurant»

Vor Kurzem konnte das «Chedi» in Andermatt UR den hochbegehrten Titel «Hotel des Jahres 2017» von Gault & Millau für seine 5-Sterne-Oase im Herzen des Gotthardmassivs ergattern. Das Hotel verfügt über drei Gaststätten, eine davon ist das Japanese-Restaurant. Unter den Experten der japanischen Gastronomie, die hier wirken, tut sich Sushi-Master Taniguchi Kazuki besonders hervor, wenn er mit unnachahmlichem Geschick seine Sushi-Konfektionen kreiert.

Gault & Millau: 16 Punkte.

The Japanese Restaurant,

The Chedi Andermatt,

Gotthardstr. 4, 6490 Andermatt

www.chediandermatt.com


Die Kunst des Sake

Zu Sushi, Teppanyaki oder Tempura gehört nach den Regeln der Kunst zwingend Sake. Das «Chedi» in Andermatt UR hat sich eine in der Schweiz unerreichte Expertise zum japanischen Reiswein aufgebaut. Der 29-jährige Arman Jafri lernte die Kunst von den grössten Meistern in Japan, und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, unsere Vorurteile zum Sake abzubauen. Er hat in seinem Weinkeller eine eindrückliche Sammlung von edlen Tropfen, darunter eine von sieben existierenden Flaschen Niizawa Nightflower 2015, des exklusivsten Sake der Welt.

1 Kommentar

  1. Liebe Redaktion,
    ich habe Sie bereits vor einiger Zeit in Rücksprache mit der Zentrale der SSA (Sake Sommelier Asscoiation) darauf hingewiesen, dass im Artikel „Cayenne in den Küchen“ in Bezug auf Arman Jafri die Fakten nicht stimmen: Der Sake-Sommelier des Chedi ist vor Kurzem als Hochstapler entlarvt worden (s. dazu http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/uri/fiel-chedi-auf-hochstapler-rein;art9652,1056401).
    Fakt ist, dass das Hotel öffentlich zugeben musste, dass die angeblichen als Beleg für eine in Japan bestandene Prüfung vorgewiesenen Dokumente nicht echt bzw. authentisch waren. Unter diesen Umständen wäre es angebracht, dass Sie den Online-Artikel inhaltlich entsprechend anpassen oder von der Website löschen.

    Mit freundlichen Grüssen
    Uwe Bender

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