CITROËN C3 AIRCROSS: ABENTEURER EINMAL ANDERS

Citroën hat den C3 Aircross vorgestellt, ein SUV mit Minivan-Eigenschaften. Der Wagen hat das Zeug dazu, das mit Multitalenten gesättigte Segment aufzumischen.

Vor zweieinhalb Jahren lancierte Citroën als weiteren Schritt zur wirtschaftlichen Genesung eine Produktoffensive um die acht Kernmodelle der Marke. Nach dem C3 und dem C5 Aircross folgt nun also der C3 Aircross, ein SUV des B-Segments, das die Firmenverantwortlichen gerne als komfortabel und vielseitig, aber auch als bahnbrechend anpreisen. Wie ist das zu verstehen?

Der C3 Aircross will die Abenteurer-Aufmachung eines bereits als Crossover auftretenden Wagens sein und hofft, SUV-Interessenten genauso anzusprechen wie Minivan-Kunden. Entsprechend verleugnet der Franzose auch nicht die praktische Seite der Einvolumenautos. Und Citroën schenkt der Variabilität viel Aufmerksamkeit. Das zeigt sich etwa in einer längs verschiebbaren Rücksitzbank, durch die das Gepäckraumvolumen von 410 auf 520 l (unter der Gepäckabdeckung) vergrössert werden kann, oder in einem umklappbaren Beifahrersitz, der das Einladen von bis zu 2.4 m langen Gegenständen erlaubt. Citroën hat eindeutig durch das positive Kundenecho zum C3 Picasso dazugelernt.

Zur Synergienutzung in der PSA-Gruppe darf der C3 Aircross auf die SUV-Plattform des B-Segments aufbauen, die auch dem Peugeot 2008 sowie dem Opel Mokka X und dem Crossland X als Basis dient. Aber die gemeinsamen SUV-Gene sind unmöglich auszumachen, denn der C3 Aircross kommt mit einer höchst unkonventionellen Linienführung daher. Tatsächlich kann man dem Design des Wagens viel Mut bescheinigen, was bestens zum neuen Motto der Marke passt: «Be Different, Feel Good» (Sei anders, fühl dich gut). Das ist nicht weiter überraschend, setzt der C3 Aircross doch auf die gleiche Formensprache wie der 2014 vorgestellte, äusserst originelle C4 Cactus. Das trifft auf den Innenraum mit seinen Akzenten, seiner Aufgeräumtheit und seinem Komfort genauso zu wie auf die Karosserie mit ihren ungewöhnlichen, rundlichen und kompakten Linien.

Auf die Airbumps verzichtet

Der C3 Aircross tritt in die Fussstapfen des Citroën C Aircross. Die vor drei Monaten in Genf gezeigte Stilstudie war noch mit den Airbumps versehen, aber die Serienversion entledigte sich der Luftkissen an den Flanken. Diese sind seltsamerweise nicht einmal als Option lieferbar (wie das beim C3 der Fall ist). Komisch auch deshalb, weil die Zubehörregale bei den Händlern von dermas­sen ausgestatteten Modellautos voll sind und diese «Technologie» inzwischen von der Öffentlichkeit akzeptiert wird. Auf eine entsprechende Anfrage gab uns der Produktverantwortliche Xavier Peugeot eine überraschende Antwort: «Wir hätten sie anbringen können. Vielleicht machen wir das eines Tages auch. Was heute zählt, ist, dass unsere Modelle eine Familienähnlichkeit aufweisen. Wir fanden, der Wagen (Anm. d. Red.: der C3 Aircross) hat genug Charakter und identifizierende Elemente, dass es ohne geht. Wir stehen voll hinter dieser Entscheidung.» Schade, denn die Luftkissen waren ursprünglich dafür gedacht, die Karosserie vor Türkantenschäden, Einkaufswagen und anderen Angriffen zu schützen. Sie wären jedenfalls bei einem Crossover nicht fehl am Platz.

Zweifarbig

Abgesehen davon kommt das französische SUV jugendlich daher, mit einer muskulösen Motorhaube und verkleideten Radläufen. Vorne fallen die überei­nander platzierten Scheinwerfer mit der Lichtsignatur nach Art des Hauses auf. Der Aircross liegt 20 mm höher als der normale C3 und schmückt sich mit folienverkleideten farbigen dritten Seitenfenstern. Ganz nach dem Vorbild der 130 000 bisher verkauften C3, bei denen 60 % in mehrfarbigen Versionen verkauft wurden, bietet Citroën auch für den neuen Crossover 90 Farbkombinationen an (acht Karosseriefarben, vier Dachschattierungen und vier «Color-Packs»).

Wie bei seinen Plattform-Verwandten, gibt es auch den C3 Aircross nicht als Allradler. Um ihm aber etwas mehr Glaubwürdigkeit abseits befestigter Wege zu geben, spendiert ihm der Hersteller eine Hill Descent Control. Andere Fahrhilfen umfassen die Rückfahrkamera, das automatische Einparken, selbstständige Notbremsung, Spurhalteassistent, Totwinkel-Überwachung und automatische Lichtsignalerkennung. Die Ausstattung beinhaltet ein farbiges Head-up-Display, Induktionsaufladung für das Smartphone, Einstieg und Starten ohne Schlüssel sowie eine vorbildliche Vernetzung (Android Auto, Apple Car Play). Unter der Motorhaube findet man die bekannten Triebwerke von PSA: Den 1.2-Puretech-Dreizylinder mit entweder 82, 110 oder 130 PS und den 1.6 BlueHDi mit 100 oder 120 PS.

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