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Der Bundesrat sieht einen raschen Ausbau von Schnellladestationen an Autobahnen vor.

Kommende Woche wird die Verkehrskommission des Nationalrats an ihrer Sitzung voraussichtlich den Bericht des Bundesrats «Voraussetzungen für ein Schnellladenetz für Elektroautos auf Nationalstrassen» diskutieren. Dies in Erfüllung eines Postulats der Verkehrskommission des Nationalrats. Der Bericht beinhaltet sozusagen die Gedanken des Bundesrats zur Förderung der Elektromobilität, indem er ausführt, wie er sich diese vorstellt und was zu unternehmen ist, damit Elektromobilität an Fahrt gewinnt.  Denn diese bedarf der Unterstützung, soll sie nicht weiterhin ein Mauerblümchendasein fristen. Immerhin entfielen rund
35 Prozent des Energieverbrauchs der Schweiz auf die Mobilität, heisst es im Bericht des Bundesrats zur Elektromobilität vom 13. Mai 2015. Der Mobilitätsbereich sei aktuell zu über 95 Prozent von fossilen Energieträgern abhängig, und der motorisierte Individualverkehr sei mit rund der Hälfte des Energieverbrauchs der Hauptverbraucher des Verkehrs. Die Gestaltung einer nachhaltigen Mobilität hänge von verschiedenen Faktoren ab, so vom Mobilitätsverhalten, von der Energienachfrage und vom Energieangebot, so steht es in der Studie weiter.

Kein Run auf Elektroautos

Das trifft zu. Heute muss indes wertfrei festgehalten werden, dass die Kunden offensichtlich noch nicht grossen Geschmack an der Elektromobilität gefunden haben. Gründe dafür sind unter anderem die hohen Anschaffungskosten, die kurzen Reichweiten, die noch relativ dünn gesäten Ladeinfrastrukturen und die langen Ladezeiten. Doch die Elektromobilität wird den Durchbruch schaffen. Davon ist auch Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Universität Geislingen (Baden-Württemberg, D), überzeugt, wie er am Tag der Garagisten im vergangenen Januar erklärte. Man wisse nur nicht, wann und in welchem Umfang die Elektromobilität komme. Vor allem punkto Lärm- und Emissionsbelastung, aber auch im Wirkungsgrad schneidet der Elektromotor wesentlich besser ab als die mit Benzin und Diesel betriebenen Motoren.

Dies alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass erst rund 12 000 Elektroautos auf unseren Strassen unterwegs sind, bei einem gesamten Personenwagenbestand von rund 4.6 Mio. Einheiten. Das sind 0.25 Prozent. Erwartet wird für 2020 eine Zunahme auf 100 000 Elektroautos (inklusive Range Extender und Plug-in-Hybrid). Im Vergleich dazu weist heute Deutschland einen Personenwagenbestand von knapp 46 Mio. Einheiten auf und rechnet für 2020 mit einem Anstieg der Elektroautos auf 1 Mio. Einheiten.

Ladenetz grossflächig erweitern

Der Bundesrat gelangt in seinem Bericht zum Schluss, dass die Elektrifizierung des Strassenverkehrs einen Beitrag zur Erreichung der schweizerischen energie- und klimapolitischen Ziele leisten kann. Doch dafür brauche es eine ausreichende Reichweite und ein leistungsstarkes Netz, zu dem Schnellladestationen (SLS) an den Autobahnen zählten. Heute gibt es insgesamt über 1800 öffentlich zugängliche Ladestationen in der Schweiz. Deutlich macht der Bundesrat aber auch, dass Bau und Betrieb von SLS Sache der Betreiber solcher Anlagen ist und sich der Bund nicht an diesen Kosten beteiligt. Das bedeutet, dass die privatwirtschaftlichen Akteure die Investitionen in SLS tragen. Gleichzeitig betrachtet er die Bereitstellung der notwendigen Stromversorgung auf Rastplätzen (sie unterstehen der Hoheit des Bundes, während die Flächen der Raststätten unter kantonaler Hoheit stehen) seitens Grundeigentümer als Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb einer SLS. Im Rahmen der Umsetzung der neuen Bestimmungen des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) voraussichtlich ab Anfang 2018 wird es möglich sein, SLS auch auf Rastplätzen zu bauen. Deshalb wird der Bund nach einer Bedürfnisabklärung auf einem Rastplatz die nötige Stromversorgung bereitstellen können und vom Betreiber einen Deckungsbeitrag verlangen. Der Bundesrat beziffert die Kosten pro Rastplatz auf 330 000 bis 550 000 Franken.

In diesem Zusammenhang wäre es interessant gewesen zu erfahren, wie sich der Bundesrat die Deckung des erhöhten Strombedarfs aus den vorwiegend erneuerbaren Stromquellen für den ganzen Wagenpark vorstellt, wenn dereinst Millionen allein schon von Elektro-Personenwagen auf unserem Stras­sennetz verkehren.  Und alle sollen – so das Ziel – ihren «Treibstoff» aus ebendiesen Stromquellen beziehen. Doch diese Frage harrt noch einer Antwort.

Raoul Studer

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