KRAXELNDER TRANSPORTER

Der Crafter ist ein echtes Schweizer Militärmesser unter den Nutzfahrzeugen. Jetzt auch mit Allradantrieb.

Auch wenn wir bereits beim ersten Kontakt mit dem neuen Volkswagen Crafter (AR 8/2017) all die verschiedenen Ausführungen erwähnt hatten, in denen das Nutzfahrzeug geordert werden kann (Fronttriebler, Hinterradantrieb und Allradantrieb), hatte sich leider bislang noch nicht die Gelegenheit geboten, die Variante mit Allradantrieb im Fahrbetrieb auszuprobieren.

Der Grund dafür: Das neue polnische Werk Września, in dem die zweite Generation des Crafter vom Band läuft, muss eine ungemeine Spannweite an Modellen abdecken. Deren Anzahl könnte Schwindelgefühle erzeugen, mit 4 Motoren, 2 Getrieben, 3 Antriebskonfigurationen, 2 Radständen, 3 Längen und 3 Dachhöhen. So kommen die einzelnen Varianten halt nur tröpfchenweise auf den Markt. Nun bot sich der AR aber endlich die Chance, den Allradler zu fahren, der bei uns im Schweizer Markt auf besonders grosses Interesse stossen dürfte.

Begehrte Automatik

Wie beim Fronttriebler, und anders als bei der Version mit Hinterradantrieb, wird der 2-L-TDI im Crafter 4Motion quer eingebaut. Der Motor leistet entweder 103 kW oder 130 kW und wird mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe, bei der stärkeren Variante auf Wunsch auch mit einer 8-Stufen-Automatik, kombiniert. Schade, war Letztere für unsere Fahrversuche mit dem Crafter 4Motion nicht verfügbar. Wie gesagt, der Ausbau der Modellpalette erfolgt sehr zähflüssig.

Dabei hat der Crafter 4Motion mit dem automatischen Getriebe alles, was man sich von einem idealen Schweizer Lieferwagen wünschen kann. Der Alleskönner von VW ist zwar nicht als Offroader gedacht, aber mit dem Allradantrieb wird er doch auch auf Bergstrassen und auf Baustellen zum Einsatz kommen, wo der Kupplungsverschleiss des Schaltgetriebes eine echte Einschränkung bedeuten kann. Das dürfte dazu führen, dass die potenziellen Kunden des Crafter 4Motion, wie bei allen Allradautos, der Automatik mit Drehmomentwandler den Vorzug geben.

Für den Einsatz im leichten Gelände qualifizieren den Crafter auch 20 optionale Fahrassistenzsysteme. © zVg.

Und wer sind denn die möglichen Interessenten? Sicher wohl Firmen, welche mit ihren Fahrzeugen oft auf Baustellen mit losem Untergrund verkehren. Das ist in der Schweiz fast flächendeckend der Fall und findet vor allem in den Bergregionen seine Steigerung und bei den Schreinern, in der Forstwirtschaft oder bei den Firmen, welche Chalets und Ferienwohnungen bauen. Die Mehrscheiben-Kraftverteilung funktioniert wie das Haldex-Getriebe, werde aber «integriert verbaut», wie die Volkswagen-Techniker sagen. Das Antriebsdrehmoment wird je nach Bedarf den vier Rädern zugeführt. «Theoretisch können bis zu 100 % der Kraft auf die Hinterräder verteilt werden», so ein Ingenieur. Aber solange keine Extremsituationen zu meistern sind, verhält sich der Crafter 4Motion im Fahrbetrieb wie ein Fronttriebler.

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