EDITORIAL: SUCHT NACH GESCHWINDIGKEIT IST IN UNSEREN GENEN

Etwas unpraktisch zum Einparken und Einkaufen, aber schnell wie der Schall: Der «Thrust Supersonic» bildet derzeit die Spitze, der automobilen Tempo-Evolution.

Der Mensch ist echt kein stillstehendes Wesen. Darum versucht er, die Grenzen der Bewegung seit jeher hinauszuschieben. Immer schneller wollen wir von A nach B kommen – im Beruf, im Internet, im Sport, im Zug, und weiss der Herrgott, wo sonst noch … Geschwindigkeit ist darum für viele faszinierend. Der Wunsch, sich schneller als andere, schneller als alles andere fortzubewegen, treibt uns seit jeher an – das gilt natürlich auch für die Welt des Automobils und Motorrads. Wenn man in einem Auto sitzt und über die Autobahn düst, spürt manch einer oder eine das Gefühl von Macht und Freiheit. Selten offenbart sich der Charakter eines Menschen darum ungeschminkter als im Auto, sprich auf der Strasse. Da werden sonst so besonnene Zeitgenossen plötzlich zu wilden Tieren, wenn der «Tubel» da vorne wieder mal schleicht und am Kreisel keinen Plan hat, was er tun soll. Das Auto ist ein Mittel, um sich einer Macht näher zu fühlen, die man so ohne nicht erleben kann.

Am 29. April 1899 erreichte der Franzose Camille Jenatzy mit seinem Elektrofahrzeug «La Jamais Contente» erstmals eine Geschwindigkeit von über 100 km/h. Inzwischen haben Rekordautos namens «Stanley Rocket», «Sunbeam 1000 hp», «Thunderbot», «Spirit of America», «Bluebird», «Green Monster» oder «Blue Falme» die Rekordmarke immer weiter nach oben geschraubt. Seit dem 15. Oktober 1997 gilt  das «Thrust Supersonic-Car» als schnellstes Auto der Welt. Mit einer Geschwindigkeit von 1228 km/h durchbrach das strahlgetriebene Raketenauto damals in Nevada als erstes Fahrzeug die Schallmauer. Im Bereich der stras­senzugelassenen Serienfahrzeuge hält der Bugatti Veyron den Geschwindigkeitsrekord (seit 2010). Auf der Teststrecke von VW erreichte die Super-Sport-Edition eine Spitzengeschwindigkeit von 434 km/h. So schnell sind die in dieser Ausgabe getesteten Grand Jeep Cherokee Trailhawk und VW Golf 1.5 TSI bei Weitem nicht. Auch wenn Letzterer im goldenen Gewand daherkommt. Freilich sind sie schnell genug und haben zudem noch viele andere Vorzüge. Apropos Gold: Ins Rekordbuch will sich auch der 62-jährige Oberländer Adolf Hänni bald eintragen. Der Garagier aus Thun BE plant demnächst, den Geschwindigkeitsweltrekord mit einem Seitenwagen
zu brechen. Hänni will die 500-km/h-Marke knacken.


INHALT

AR 46/2017

TITELTHEMA

Geschwindigkeitsrekorde Das schnellste Auto der Welt mit 63 km/h – das war 1898. Seither ist in dieser Beziehung sehr viel sehr schnell vorwärtsgegangen.

 

DRIVE STYLE

Top Car Rally im Honda NSX – ein Rudel Supercars.

 

OCCASIONEN

Mazda CX-5

 

SPEZIAL

Volvo Art Session

 

TESTS & FAHRBERICHTE

VW Golf 1.5 TSI EVO

Jeep Cherokee Trailhawk

Citroën C4 Cactus

Škoda Karoq

 

SPORT

Moto-GP Marquez ist Weltmeister in der Top-Klasse.

Adolf Hänni Der Berner will den Seitenwagenrekord.

 

RUBRIKEN

Agenda, Leserbriefe, Impressum

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