FAHRBERICHT: MR. T WEISS ZU ROCKEN

Nach seiner Weltpremiere im August konnte man den T-Roc, das neue Kompakt-SUV von VW, nun auch fahren. Und der Crossover machte seine Sache gut.

Schnittig, kompakt, funktional und total «in», von aus­sen und innen. Der neue Trend-VW/VW-Trend? © VW

Was lange währt, wird … Auch hier trifft diese Weisheit zu. Denn im Vergleich zur Konkurrenz hatte sich Volkswagen ziemlich Zeit gelassen, im Segment der Kompakten ein SUV anzubieten. Wobei das auch nicht ganz korrekt ist, denn der etwas grössere Tiguan ist jetzt schon seit zehn Jahren sehr erfolgreich unterwegs. Beide Wagen figurieren mit ihren 423.4 cm für den T-Roc und 448.6 cm für den Tiguan in der so wichtigen Klasse der «Vier-Meter-Autos», auch Golf-Klasse genannt.

Doch der T-Roc – das «T» im Namen ist eine Anlehnung an die VW-SUV Tiguan sowie Touareg (489.9 cm, seit 2002 gebaut) – ist gewiss alles andere als ein Ergänzungsspieler. Viel mehr will der im portugiesischen Werk Setúbal gebaute Cross­over die Bühne rocken. Hatte der T-Roc bereits bei seiner statischen Weltpremiere in Como (I) im August (vgl. AR 37/2017) einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, war dies auch nach der Fahrpräsentation in Lissabon (POR) im Oktober nicht anders. Konkret: Seine Gegner bei den kompakten SUV wie Nissan Juke, Audi Q2, Renault Captur, Peugeot 2008 oder Opel Mokka usw. müssen sich warm anziehen.

Kombinierbar

Der Neuling – das Basismodell hat einen 1.0-L-TSI-Motor (Fronttriebler, 6-Gang-Schaltgetriebe, 999 cm3, 115 PS/85 kW) – ist in der Schweiz ab 24 900 Franken seit Oktober bestellbar. Die Markteinführung ist in diesem Dezember. Bis Ende No­vember bietet die VW-Importeurin Amag übrigens eine Frühbestellerprämie von 1000 Franken an. Zum Verkaufsstart umfasst das Leistungsspektrum drei Benzin-Motorisierungen von 115 bis 190 PS sowie eine Diesel-Motorisierung (2.0 TDI) mit 150 PS.

Die Benzin-Motorisierung mit 190 PS ist serienmässig mit dem 4Motion-Allradantrieb und einem 7-Gang-DSG gekoppelt. Auch den 2.0 TDI gibt es serienmässig mit 4Motion. Per Anfang 2018 folgen zwei weitere Diesel (115 PS mit Frontantrieb und 190 PS mit DSG und 4Motion). Für Juni 2018 wird ein 1.5 TSI mit DSG und 4Motion erwartet. Die Preisspanne für die Benziner liegt zwischen 24 900 und 38 350 Franken, ein T-Roc mit dem 150-PS-TDI-Motor kostet mit dem 6-Gang-Getriebe 37 250 Franken, mit 7-Gang-DSG sind es 39 650 Franken.

Drei Varianten

Vom VW T-Roc wird es in der Schweiz drei Ausstattungsvarianten geben. Die Basisversion ist der «T-Roc», bereits sie zeichnet sich serienmässig insbesondere über ein hohes Sicherheitslevel aus. So sind Features wie ein Spurhalteassistent, eine City-Notbremsfunktion oder die Müdigkeitserkennung hier schon an Bord. Um den T-Roc zu individualisieren, stehen für alle Versionen zehn verschiedene Lackierungen sowie zwei weitere Modellvarianten zur Auswahl. Die Version «T-Roc Advance» bietet letztlich mit ab 2018 vier Dachfarben sowie in vier Farben erhältliche Dekorblenden vielfältige Möglichkeiten für Individualität. Und auch an Assistenzsystemen hat diese Variante etwa mit einem adaptiven Tempomaten und einem Parkpiloten mehr inklusive. Zusätzlich gibt es etwa eine 2-Zonen-Klimaanlage serienmässig.

Bei der umfangreichsten Ausstattung «T-Roc Sport» stehen sportliche Features wie die Sport-Komfortsitze im Zentrum. Zusätzlich wird man von beheizbaren Frontsitzen sowie einem beheizbaren Lenkrad verwöhnt. Weitere serienmässige Eckpunkte sind die LED-Scheinwerfer oder das Active-Info-Display. Letzteres hatte uns bei der Fahrpräsentation rund um Lissabon besonders überzeugt. So besticht dieses 11.7 Zoll grosse TFT-Farbdisplay mit einer hohen Auflösung sowie viel Kontrast. Je nach Bedarf kann man zum Beispiel detaillierte Fahrdaten abrufen, die Navigationskarte auf dem gesamten Display oder die Einstellungen der Fahrerassistenzsysteme optisch darstellen lassen. Natürlich ist auch die «klassische» Ansicht mit Drehzahlmesser, Tachometer und Kilometerzähler auf diesem Kombiinstrument möglich. Ergänzt wird dieses Cockpit serienmässig durch einen 6.5 Zoll grossen Touchscreen des Infotainment-Systems in der Mittelkonsole, ferner lässt sich auch ein höherwertiger 8-Zoll-Touchscreen mit brillanter Grafik bestellen.

Aussen und innen hui

Über den attraktiven Look des VW T-Roc hatten wir bereits anlässlich der Vorstellung in Como (I) ausführlich berichtet. Auffallend sind vor allem die bullige Front mit dem in die Breite gezogenen Kühlergrill samt dort integrierten Doppelscheinwerfern. Hinzu kommt die gelungene Kombination aus Tagfahr- und Abbiegelichtern im darunterliegenden Stossfänger. Schmuck ist etwa das Chromband, das sich von den A-Säulen über die nach hinten abfallende Dachlinie bis in die breiten C-Säulen zieht. Angenehm knackig wirkt zudem das Heck.

Der T-Roc basiert auf dem Modularen Querbaukasten des Konzerns (MQB), auf welchen ebenfalls die VW-Modelle Golf und Tiguan sowie der Seat Ateca, der Škoda Karoq und der Audi Q2 aufbauen. Für ein SUV typisch ist die erhöhte Sitzposition, und dank einem grosszügigen Radstand von 2.60 Meter gibt es für alle grundsätzlich viel Platz. Doch im Fond könnte es um die Beinfreiheit noch besser bestellt sein. Man muss aber wissen, dass etwa ein Golf länger als der T-Roc ist. Die Kopffreiheit ist im SUV schon überzeugender.

Hinter der auf Wunsch elektrisch öffnenden Heckklappe verbirgt sich einer der grössten Kofferräume im Segment. Beim Fronttriebler fasst der Gepäckraum 445 bis 1290 Liter, beim 4Motion sind es 392 bis 1237 Liter. Schade, dass die Rücksitzlehne nur im Verhältnis 60:40 abgeklappt werden kann, doch dank dem variablen Ladeboden entsteht eine fast ebene Fläche. Generell hinterliess das Interieur auch beim Zweitkontakt in Lissabon einen sehr positiven Eindruck, die Bilanz trübt nur das Hartplastik, etwa oben auf dem Armaturenbrett und in den Türen. Von den Aggregaten ist gewiss der Zweiliter-Turbobenziner eine feine Wahl, sein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern steht schon bei 1500/min an. Das Fahrwerk erscheint auffallend komfortabel. An den zur Verfügung stehenden wählbaren Abstimmungen sei vor allem der Sportmodus empfohlen, hier ist vor allem die Lenkung verbindlicher und direkter. Der VW T-Roc ist ein stimmiges Gesamtpaket und er hat absolut das Zeug zum Rockstar.

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