EDITORIAL: EIN DREH- UND ANGELPUNKT – WIDER WILLEN?

Der Kreisverkehr – widerspricht er unserer natürlichen Art uns zu orientieren? © zVg.

Kreisel sind ein alter Hut, könnte man meinen. Immerhin gibt es sie auch hierzulande schon eine ganze Autofahrer-Generation lang. Umso erstaunlicher ist es, dass der Kreisverkehr noch immer Stoff für Diskussionen und haarige Situationen bietet. Vielleicht liegt dies daran, dass er uns als Mittel zum Richtungswechsel noch immer recht fremd ist. Immerhin dreht in der Natur kaum jemand zuerst Kreise, um danach abzubiegen. Das sich im Kreis Drehen ist vielmehr gar ein Ausdruck der Orientierungslosigkeit. Sind wir zu Fuss unterwegs, dann bevorzugen wir wann immer möglich die schnurgerade Linie und schneiden selbst moderate Kurven rigoros ab. Im Auto ist uns dieses Verlangen irgendwie geblieben. Kurven, der Topografie geschuldet, können wir als Autofahrer gerne akzeptieren, ansonsten bevorzugen wir auch am Steuer die graden Linien. Ein Kreisel – dieses Intermezzo zwischen einer zielgerichteten, mehr oder weniger geraden Fahrt – ist eine lästige Unterbrechung.

Natürlich ist diese gewollt und hilft das Tempo den Bedürfnissen an einen geregelten Verkehrsfluss anzupassen. Im Kopf aber, im Streben irgendwo hin zu kommen, ist der Kreisel noch immer der Sonderfall, die Ausnahme oder ein zähneknirschend akzeptiertes Hindernis. Persönlich wage ich gar zu sagen, eine rote Ampel, so sehr sie dem Vorwärtsstreben im Wege steht, wirkt weniger intervenierend auf meine Fahrt als ein Kreisel. Immerhin kann ich vor dem Rotlicht die Verantwortung für den Querverkehr dieser technischen Einrichtung übergeben. Der Kreisel hingegen fordert von mir fast dieselbe Aufmerksamkeit wie ein Rechtsvortritt. Oft führt zudem die bauliche Ausgestaltung dazu, dass das unmittelbare Ziel, die Ausfallstrasse, nicht zum Vornherein sichtbar ist, viele Kreisel bergen quasi eine Überraschung. Der Kreisel, so hilfreich und einfach er in seiner Mechanik ist, wirft mich für einige kurzen Momente quasi aus der Bahn. Tun wir uns deshalb – immer noch – so schwer mit ihm? Natürlich bin ich kaum besser oder schlechter als die meisten meiner Mitautomobilisten im Kreisel. Aber als ein besonderes Stück Strasse hat er für mich nie den Eindruck seiner exotischen Andersartigkeit verloren, da kann ich mich um den Kreisel drehen, soviel ich will.


INHALT

AR 6/2018

 

AUFTAKT

3PW-Markt CH Verkaufszahlen Januar 2018

 

TITELTHEMA

Kreisverkehr Für viele zu viel

Geschichte des Kreisels

Kreiselfahren So gehts

 

AKTUELL

Motorisierungsgrad steigt

 

TESTS & FAHRBERICHTE

 VW up! GTI

1Honda Jazz

1Seat Leon ST Cupra

1DS 3 Performance

 

PRÄSENTATION

1McLaren Senna

 

SPORT

Grid Girls Aus die Maus

Formel E Buemi Dritter

Moto2 Aegertes Premiere

 

RUBRIKEN

Agenda, Leserbriefe, Impressum

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